CORONA-KIDS – Ein zeitdokumentarisches Fotoprojekt über Kinder und Jugendliche während der Corona-Pandemie

Mein viertes Corona-Fotoprojekt

CORONA-KIDS – Ein zeitdokumentarisches Fotoprojekt über Kinder und Jugendliche während der Corona-Pandemie

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Man hört und liest sehr viel über die Lehrer und die Eltern im Kontext von Corona, Homeschooling und Homeoffice – aber was ist mit den Kindern und Jugendlichen?
Gerade durch mein Corona-Projekt “Rossis Haustür-Shootings” und die vielen zuhause besuchten Familien habe ich durch viele Gespräche bemerkt, wie angespannt es bei vielen Familien doch zuhause ist und dass diese Krise auch auf das Gemüt und befinden der Kinder ganz konkrete Auswirkungen hat.
Die einen genießen es geradezu, so viel zuhause zu sein, bei anderen wiederum wächst das Gefühl des Lagerkollers. Die Kinder sind teils aufgekratzter als sonst, empfindlicher, gelangweilter. Aber andererseits gibt es auch viele, für die sich gar nicht mal so viel geändert hat.

Ich wollte es nun genauer wissen und möchte mit diesem Projekt die Kinder selbst mal zu Wort kommen lassen:
Was treibt sie während der Corona-Pandemie um, im Angesicht von wechselndem Präsenzunterricht, immer neuen Regelungen und großen Veränderungen um sie herum?
Was sind ihre Sorgen, Ängste, Wünsche und Träume im Kontext von Corona?

Für dieses Projekt besuche ich Kinder und Jugendliche von der 1. Klasse bis zur Oberstufe zuhause in ihrem persönlichen heimischen Umfeld und fotografiere eine kleine Mini-Reportage, lasse den Kindern ihren Freiraum und dokumentiere eine kurze Zeit bei ihnen zuhause, immer mit den Kindern im Fokus.
Nach dem Shooting führe ich ein kurzes Interview mit den Kids und lasse sie von sich aus erzählen.

Am Ende wähle ich maximal zwei für mich aussagekräftige Bilder aus der Reportage aus und ergänze sie durch Zitate der Kinder aus unserem Interview.

Den Anfang haben übrigens meine Zwillingsneffen Carlo und Fabio gemacht 🙂

In diesem Sinne, viel Spaß und Freude mit meinem neuen Projekt!
Ich bin mega gespannt auf viele kleine Erzählungen und Einblicke in die Welt der Kinder während der Corona-Pandemie.

Bleibt zuversichtlich und gesund!
Euer Rossi! =)


UPDATE (1.6.2021)

Presse-Artikel im Gießener Anzeiger

Am 7. Mai 2021 erschien im Gießener Anzeiger ein Artikel über mein Corona-Kids-Projekt, pünktlich zum offiziellen Start desselben!
Hier könnt ihr den Artikel nachlesen 🙂
Ganz lieben Dankl an den Redakteur Leandro Theis und an die Tageszeitung für das Feature!

Corona-Kids-Presse-Artikel im Gießener Anzeiger (7.5.2021, PDF)


Carlo, 9 Jahre
Gießen, 14. April 2021

“Sachen, die ich nicht gut an Corona finde, gibt´s auf jeden Fall. Zum Beispiel, dass man Maske tragen muss, Abstand halten. Jetzt ist es ja normal, vorher war es nicht normal. Maske tragen nervt auch manchmal.

In der Schule finde ich´s besser mit dem Lernen. Weil da kriegt man es richtig erklärt, und zuhause, wenn die Eltern da mal kurz nicht weiterwissen, ist das js auch doof. Da muss man dann immer warten, wenn man Hilfe braucht, weil die ja auch viel arbeiten müssen von Zuhause aus.

Nach Corona könnte es eigentlich gerne so bleiben, dass die Tische in der Schule so gestellt sind, dass man nicht nebeneinander sitzt, dann kann man nicht so leicht von anderen gestört werden.

Ich wünsche mir für dieses Jahr, dass um alle ein Schutzschild drum wäre, damit Corona nicht dran kann.”


Fabio, 9 Jahre
Gießen, 14. April 2021

“Wenn ich an Corona denke, dann denke ich mir einfach, wie der aussieht, der Corona, und da steht dann “Corona” drunter. Das denk ich mir zuerst.

Als Corona angefangen hat, hab ich das glaub ich erst mal unterschätzt. Da kannte ich das ja alles noch gar nicht und ich wusste nicht, dass das auch so schlimm sein kann und so gefährlich und dass das so schnell anstecken kann und dass man dabei ne Maske tragen und Abstand halten muss. Aber jetzt habe ich mich dran gewöhnt.

Ich find´ gut, wenn wir in die Schule gehen, dass wir dann keine Hausaufgaben mehr machen müssen.
Ich find´ zuhause die Schulaufgaben, die machen nicht so viel Spaß wie in der Schule. Weil in der Schule hat man ja auch auf dem Schulhof mal Pause, da haben wir auch einen großen Spielplatz, und das können wir zuhause halt nicht machen.

Zuhause ist es halt sicherer und zuhause muss man auch keine Maske tragen und da sind weniger Kinder.
Und das ist dann halt auch gut, wenn die Eltern auch noch Lehrer sind.
In der Schule macht es aber auch mehr Spaß als zuhause, da sieht man auch mal andere Kinder und da erklärt das die Lehrerin auch besser. Bei uns zuhause muss ich sonst immer warten, bis Mama kommt, weil die muss ja auch noch immer was am Computer machen.

Manchmal rede ich mit meinen Freunden auch´n bisschen über Corona, und dass das auch doof ist. Man darf sich ja aber auch nicht mit so vielen Kindern treffen.

Ich wünsche mir, dass es Corona nicht mehr gibt, und ich wünsche mir auch so ´ne Maske, wo so´n Affenmund drauf ist, weil die lustig aussehen!”


Rafael, 8 Jahre
Gießen, 24. April 2021

“Auf einmal die Freunde nicht mehr sehen zu können, ist halt dumm, das ging halt alles nicht mehr. Ich find doof, dass man keine Leute mehr einladen kann, keine Parties mehr feiern kann.”

“Der Lennart, mein Freund, der hat einen Pool, aber da kann ich ja nicht immer hingehen, also hab ich die Idee gehabt, selber einen zu bauen – auch als Beschäftigung. Und ich hab nicht so viel Geld, eine Firma zu beauftragen, also baue ich den Pool selbst.”

“In der Schule triffst du ganz viele Freunde, es gibt Pausen, man kann Bücher ausleihen, das ist zuhause nicht so. Zuhause wird der ganze Tagesablauf durchgeplant. Das war in der Schule irgendwie schon leichter. Wir haben so eine App, die heißt “Anton”, mit der wir lernen, aber ich finde irgendwie, die Lehrer machen das besser.
In der Schule ist man halt auch gern, das gehört halt zum Tagesablauf, aber irgendwie ist halt auch gut zuhause, weil eigentlich hat man ja auch sonst nur am Wochenende und in den Ferien richtig Zeit. Und jetzt isses alles weg und man denkt, man hat andauernd Ferien und das ist halt auch´n schönes Gefühl, aber Corona ist nicht schön.”

“Die Masken stören halt auch, weil die riechen halt auch immer so. Die Tests finde ich gar nicht so schlimm, aber man merkt dadurch halt, dass Corona da ist.”

“Ich würd´ mir einfach wünschen, dass alles wieder normal ist, dass das Leben halt auch wieder weitergeht, weil ich find´, wegen Corona bleibt das Leben halt einfach so stehen, weil jeden Tag kommt ein neues Gesetz, dass man jetzt das machen muss und das, und am nächsten Tag ist es wieder weg und man fragt sich, warum alle auf den Straßen jetzt Masken anhaben.
Es soll sich alles ändern, wie es normal war, dass die Leute nicht immer so rummachen und das Klopapier leerkaufen.”

“Ich will endlich wieder ins Schwimmbad, ich will sofort, dass das wieder aufhat und dass ich sofort in Badesachen ins Schwimmbad teleportiert werde. Funktioniert leider nicht. Und in der Badewanne kann man nicht tauchen.
Und deswegen will ich ja auch´n Pool bauen!”

corona-kids - ein corona-fotoprojekt uber kinder und jugendliche in der corona-pandemie corona-kids - ein corona-fotoprojekt uber kinder und jugendliche in der corona-pandemiecorona-kids - ein corona-fotoprojekt uber kinder und jugendliche in der corona-pandemieRafaels Schwester Rosalie geht in die Vorschule und hat sich hier mit einem Bild im Abenteuer-Waggon im Garten, in dem sie auch mal ihre Vorschul-Aufgaben macht, hineingemogelt 🙂corona-kids - ein corona-fotoprojekt uber kinder und jugendliche in der corona-pandemie corona-kids - ein corona-fotoprojekt uber kinder und jugendliche in der corona-pandemie corona-kids - ein corona-fotoprojekt uber kinder und jugendliche in der corona-pandemie


Amon, 6 Jahre
Gießen, 27. April 2021

“Als ich meine Freunde wegen Corona nicht mehr treffen konnte, bin ich mit Mama erst mal ganz viel Fahrrad gefahren.”

“Also, auf jeden Fall da, wo in der Schule das Home-Schooling schon angefangen hat, hab ich langsam ein paar Freunde wiedergesehen. Am meisten aber hab ich immer meinen Freund Winston gesehen.
Wir haben sogar einen Geheimgang durch das Haus an der Baustelle vorbei, ohne, dass die Leute uns sehen.
Außer Winston treffe ich grad´ aber sonst gar keinen Freund.”

“Zuhause lernen ist manchmal bisschen schwerer, weil´s immer so viel ist.
Auch, weil niemand da ist, der spricht, wie unsere Lehrerin.
Die Aufgaben würde ich lieber in der Schule machen, weil da viel mehr Menschen sind.”

“Ich mag´s nicht so mit den Masken, weil ich da nicht so viel Luft bekomme.”

“An Corona finde ich doof, dass man weniger Freunde sehen darf und dass es nicht viele Möglichkeiten gibt, Corona zu töten.”

„Ich freu mich auch schon, wenn Corona vorbei ist, dann mach ich ´ne Party. Dann lade ich alle meine Freunde ein, auf jeden Fall wird das cool.
Ich würd´ dann gern ein Party-Spiel spielen, so Bälle nehmen und die dann an ´nen Faden machen und aufhängen und dann mit ´ner Wasserkanone abschießen, sodass Corona dann weg ist.“

„Zuhause spiele ich viel, freue mich immer, wenn ich spielen darf und skype manchmal auch mit anderen Freunden. das gab´s vorher nicht. Vorher gabs keinen Computer – lieber will ich die Freunde richtig sehen.“

„Aber sonst hab´ ich noch ´nen Freund, wenn ich überhaupt keinen sehen kann. Das ist T-Rox, mein Lieblings-Ball, mit ihm spiel ich gern auf dem Trampolin.
Ich hab mal mit Bällen gespielt und dann hab ich gesehen, dass es den einen nur in einer Farbe gibt und da hab ich den T-Rox genannt und als meinen Lieblingsball ausgesucht. Der schläft genau so lange wie ich.“

„Lange ausschlafen ist schon cool, das ist jetzt schon besser – vor Corona zur Schule gehen das war schon sehr, sehr, sehr früh. Ich mag´s immer sehr gern, lang zu schlafen.“

„Corona ist blöd und soll abhauen!“

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Niko und Finn, 13 Jahre
Gießen, 6. Mai 2021

Finn: “Als Corona losging, hab ich mich irgendwie gefreut, dass ich Schule frei habe – ich hab aber nicht gedacht, dass es so lang geht.
Und ich hab mich gefreut, wo wir die Masken aufbekommen haben, weil´s dann irgendwie was anderes war. Ich hab mich wirklich auf die Masken gefreut. Ich hab dann immer gesagt “Oh mein Gott wie cool, dass wir jetzt Masken tragen können!”, aber, ja, das ist jetzt nicht mehr so cool, das nervt einfach nur noch.”

Niko: “Also es gibt so´n paar Schüler in unserer Klasse, die sind jetzt nicht so beliebt, sag ich jetzt mal, und als am Anfang die Klassen aufgeteilt worden sind, kamen die in den anderen Klassenraum, dann musste man die nicht sehen. Das fand ich gut.
Man muss schon sagen, dass die Lehrer auf jeden Fall viel mehr aufgeben im Homeschooling als normal und die Videokonferenzen, immer wenn es da halt Probleme gibt mit dem Internet, dann kann man auch nicht richtig Unterricht machen.”

Finn: “Homeschooling hat seine positiven Seiten, weil wir länger aufbleiben können.”
Niko: “Am Anfang war es auf jeden Fall entspannter, weil wir da nur eine Videokonferenz pro Woche hatten.”
Finn: “Jetzt haben wir halt jeden Tag 2 Videokonferenzen, das ist schon sehr nervig. Es ist ja nicht wie normaler Unterricht – außer bei manchen Lehrern, die machen das wirklich cool – aber sich immer wieder umstellen zu müssen, das nervt.”

Finn: “Wir können uns jetzt jeden Tag verabreden, länger schlafen und wir können sehr viel zocken. Einfach mehr Zeit fürs private Leben.”
Niko: “Freitag bis 18 Uhr muss man immer die Aufgaben abgeben, das finde ich nicht so gut. Ich würde es besser finden, Tagesaufgaben zu haben, es ist so einfach sehr viel auf einmal, man wird zugebombt mit Aufgaben.”
Finn: “Wobei, ab 18 Uhr Freitags hast du das Wochenende wirklich sorgenfrei, das find ich eigentlich wieder gut.”

Niko: “Also ich… zocke sehr, sehr viel mehr als früher.”
Finn: “Ich zocke auch viel mehr. Und die Mama sagt immer, das ich´n Hartz-4-Leben habe, wenn ich mittags um drei erst aufstehe.”
Finn: “Ich hab Angst, dass wir irgendwann mal als die “Corona-Kinder” abgestempelt werden, weil wir jetzt fast 1 Jahr nicht in der Schule waren, dass wir nicht so viel mitbekommen und gelernt haben und vielleicht nicht so weit gebildet sind später.”

Niko: “Ich denke, wir lernen weniger im Homeschooling. Ich merk´ auch selbst, dass ich bei den Aufgaben einfach nicht mehr drüber nachdenke. Ich schreib einfach irgendwas hin, ich gebe mir gar keine Mühe mehr.
Zum Lernen wäre mir Präsenzunterricht lieber. Das kann jetzt ruhig noch ein bisschen weiter so bleiben, aber nicht für immer.”
Finn: “Ich würd´s schon gerne weiter so wie jetzt behalten, das ist schon sehr entspannt.”

Niko: “Ich wünsche mir für dieses Jahr, dass man auf jeden Fall alles wieder auf macht, man ins Schwimmbad wieder gehen kann.”
Finn: “Ich kann keinen Geburtstag mehr feiern, das nervt richtig. Ich würde gern wieder in die Trampolin-Halle. Ich hab auch´n bisschen zugenommen in Corona.”
Niko: “Sehr viel…”

Finn: “Mal sind wir mehr draußen, mal mehr drin. ´Ne Woche fahren wir draußen Roller, Fahrrad, haben uns zum Lager bauen getroffen – und dann haben wir wieder ´ne Woche, wo wir uns nur online treffen.
Das Leben ist sehr unordentlich, unaufgeräumt geworden. Damals hatte das Leben Struktur.
Jetzt schätzt man die Zeit auch gar nicht mehr, die geht viel schneller rum.”

Finn: “Der Schlaf-Rhythmus ist halt auch sehr kaputt. Meine Mama stresst das sehr.”
Niko: “Man verschläft halt fast den ganzen Tag. Man steht auf und denkt so: “Es ist schon 16 Uhr…”, dann hat man nicht mehr den ganzen Tag Zeit.”

Finn: “Den Kids da draußen würde ich gerne sagen: Nutzt es jetzt noch aus, solange ihr´s noch könnt, bevor es wieder normal anfängt.” – Niko: “… oder noch schlimmer wird.”
Finn: “Wie´s jetz is´, ist es eigentlich sehr entspannt, und das sollte man jetzt auch ausnutzen, finde ich.”


Clara & Frieda, 11 Jahre (5. Klasse) und 7 Jahre (1. Klasse)
Gießen, 7. Mai 2021

Frieda: “Als Corona losging, fand ich das schlecht. Weil man sich nicht mehr mit Freunden treffen konnte, man nicht mehr auf den Spielplatz konnte und sich nicht verabreden konnte und ins Kino gehen konnte und auch nicht mehr in die Lochmühle gehen konnte.
Seit die Schule losgegangen ist mit der 1. Klasse, hatten wir nur Wechselunterricht.
In der Schule bin ich lieber, weil man da Lehrer hat, die einem alles erklären.

Den Unterschied vor Corona und jetzt weiß ich gar nicht so genau.

Zuhause im Homeschooling bin ich abgelenkt, wenn die Clara sich in die Küche setzt oder mein kleiner Bruder aus dem Kindergarten nach Hause kommt. Ich mach auch einfach nicht so gern Hausaufgaben alleine.

Wo ich jetzt so viel zuhause bin, springe ich am liebsten in den Homeschooling-Pausen auf dem Trampolin – in der Schule haben wir gar keins.

Ich wünsch mir für dieses Jahr, dass Corona vorbei ist, dann geh ich endlich wieder ins Schwimmbad und ins Kino mit meinen Freundinnen!
Als ich 6 war, bin ich schon mal vom 5-Meter-Turm gesprungen. Am meisten vermisse ich, ins Schwimmbad zu gehen.
Und meinen Geburtstag will ich nachfeiern, da waren nämlich zu meinem 7. Geburtstag nur die 3 Kinder von unserer Kontaktfamilie da.

Clara: “Als Corona losging, dachte ich zuerst, dass wäre jetzt ein größerer Schnupfen, den man 2 Tage hat und dann ist man wieder kerngesund, und der geht dann halt einmal quer durch ganz China und dann is´ feddich.
Aber das war dann halt nicht so. Dann dachte ich, irgendwann hört´s schon auf, und dann ist es ja um die ganze Welt gegangen.
Dann habe ich mich ziemlich schnell im Homeschooling eingelebt und fand das eigentlich ganz okay.

Man kann Pausen und die Aufgaben machen, wann man möchte.
An der Schule, wenn einer die ganze Zeit ´ne Fragen hat und auf die Lehrerin einredet, dann nervt das.
Beim Homeschooling hat man einen Chat mit dem Lehrer, dann fragt man den und der antwortet dann innerhalb von 10 Minuten und dann ist deine Frage geklärt, also ich find´ Homeschooling besser.

Also wünschen, dass Homeschooling bleibt,  würd´ ich auf gar keinen Fall, aber sonderlich schlimm find´ ich´s auch nicht. Ich find´ beides gut.

Am meisten nervt mich, dass ich meine Freundinnen nicht mehr sehe. Ich treffe auch weniger Freundinnen, auch weil halt Mama auch Ärztin im Krankenhaus ist und meine Freundinnen sich dann auch leichter anstecken könnten.
Mein kleiner Bruder hat zwei Freunde, die er öfter trifft, Frieda auch zwei und ich treffe auch zwei Freundinnen ab und zu, aber das war´s dann.

Positiv an Corona ist, dass man mehr Zeit mit der Familie hat – auch wenn einen die kleinen Geschwister manchmal nerven…
Und gut ist auch, dass weil man nicht so viel reist und auch mit dem Auto nicht so viel fährt – da wird halt weniger CO2 ausgestoßen und das ist besser für die Umwelt.

Am meisten Zeit zuhause verbringe ich mit meinen Geschwistern, vor allem mit der Frieda, weil sie halt auch die ganze Zeit zuhause ist und dann nach der Schule: “Ich hab nix mehr.” – “Ich auch nicht. – “Wie wär´s mit Trampolin?” – “Ok!” – naja, aber was anderes gibt´s ja auch nicht zu tun.
Vor Corona haben wir uns ja eigentlich immer nur nach der Schule gesehen und da hatten wir gar nicht so viel zusammen zu tun. Und wenn wir zusammen waren, haben wir uns eigentlich nur nur geärgert.
Jetzt vertragen wir uns besser, weil wir jetzt zusammen Schulaufgaben machen und uns auch gegenseitig Sachen ausleihen, was vorher gar nicht so war.

Ich würd mir für dieses Jahr wünschen, dass wieder das Schwimmbad aufmacht, dass man wenigstens wieder etwas Abwechslung hat und ich endlich mal wieder vom 5er springen kann. Und dass auch mal ein Schwimmbad aufmacht, das einen 10er hat, wo ich von oben runtergucken kann und feststelle, dass das doch nix für mich ist, und dass ich meine Freunde wiedersehen kann.
Als erstes würde ich wohl zu meiner besten Freundin fahren, die ich seit der Grundschule nicht gesehen habe.
Die wohnt etwas weiter weg, und sie darf nur eine feste Freundin zu Besuch haben, daher können wir uns noch nicht sehen.
Dann würd ich mit ihr ins Schwimmbad fahren – und dann Eis essen!

Ich mach mir öfters Gedanken darüber, dass den Leuten einfach scheißegal ist, was jetzt ist. Am Anfang wars ja so, dass jeder zuhause geblieben und erst einkaufen gegangen ist, wenn der Kühlschrank wirklich leer war – und jetzt geht jeder einkaufen, wenn ´ne Banane fehlt und trifft sich auch mit Leuten ohne Maske. Ich mach mir halt Gedanken dadrum, dass sich dann keiner mehr an die Corona-Regeln hält und dass es dann noch 2 Jahre so weitergeht und dass der Impfstoff auch knapp wird, dass die Leute einfach so tun, als würd´s Corona gar nicht mehr geben.
Die sollen sich lieber nochmal zusammenreißen ein halbes Jahr und warten, bis alle geimpft sind und dann erst rausgehen, weil alle dann sozusagen einen Vorschutz haben und dann kann man sich auch ohne Maske wieder treffen und man darf das dann halt auch und nicht wie jetzt, wo man sich dann im geheimen trifft.
Und ich fänd´s gut, wenn´s jetzt noch für ein halbes Jahr alle Läden bis auf die Supermärkte geschlossen werden, jeder zuhause bleiben muss, und – so blöd´s auch ist, noch ein halbes Jahr Homeschooling ist, man halt in Ruhe impfen kann und es dann halt weitergeht.

Wir müssen halt einfach nur abwarten, was die Erwachsenen so tun und was sie nicht tun und das find ich irgendwie blöd.


Kassi & Pharell, 8 Jahre (2. Klasse) und 11 Jahre (5. Klasse)
Gießen, 10. Mai 2021

Kassi: “Ich wusste als erstes noch gar nix davon. Wir sind mit dem Fahrrad nach Hause gefahren und ich dachte, mein Bruder erzählt mir Quatsch und er sagt so “Ich glaub´, die Chinesen haben sowas gemacht, ich glaub´ das heißt Corona” ,ich hab ihm als erstes nicht geglaubt. Später dann hab ich bemerkt, dass es das auch wirklich gibt.”
Pharell: “Am Anfang hab´ ich gedacht, dass es sich nicht so schnell verbreitet und dass es nur so ein kleines Virus ist, aber dann hat es sich in die ganze Welt ausgebreitet.”

Pharell: “Ich war da in der 4. Klasse, da mussten wir anfangen, Masken zu tragen, da hatten die meisten noch Stoffmasken.
Als ich in die fünfte Klasse gekommen bin, gab es nicht mal so ´ne richtige Begrüßung, war schon blöd.”

Kassi: “Bei mir war das sehr blöd, weil ich da erst eingeschult wurde, das war sehr blöd. Dann haben wir direkt angefangen, Masken zu tragen,Abstand zu halten, nur, ich halte von meiner besten freundin nicht Abstand von meiner besten Freundin und sie nicht von mir, weil wir können uns irgendwie nicht trennen, das ist das Problem daran.”

Das Homeschooling verwirrt einen ein bisschen sehr. Weil, ja, ich weiß auch nicht, als wir in der 1. Klasse waren, hatten wir für 9 Wochen Homeschooling, das war sehr blöd. Danach hatten wir wieder ein bisschen Schule und jetzt wieder Homeschooling, das verwirrt.”

Pharell: “Ich find´ Homeschooling halt etwas besser wegen den LehrerInnen, weil die nerven mich ganz schön. Aber schlecht finde ich, dass ich am Laptop sitzen muss und nicht bei meinen Freunden sein kann. Und in der Schule mag ich die Masken nicht. Schule und Homeschooling, beides ist halt blöd und gut.”
Kassi: “Ich mag Homeschooling gar nicht, ich geh´ lieber in die Schule.”

Pharell: “Zuhause krieg´ ich halt mehr Kopfschmerzen nach den Aufgaben, weil ich die ganze Zeit am Laptop bin und die ganze Zeit nur sitze und nicht so viel Pause mache.”

Pharell: “Manchmal, wenn ich rausgehe, vergess´ ich das mit der Maske manchmal, dass man draußen doch nicht ständig Maske tragen muss. Maske ist schon etwas nervig. Mit Maske kann man sich nicht so gut konzentrieren.”
Kassi: “Letztes mal, als ich in der Schule war, da wars ja auch noch heiß, da schwitzt man unter der Maske.”

Pharell: “Hoffentlich kann man dieses Jahr noch mal ins Schwimmbad, vor allem ins Freibad. Sport vermiss ich schon, wir machen nur noch 5er-Gruppen-Training im Fußball-Verein.
Wir dürfen auch keine Zweikämpfe machen und auch keine Spiele machen, können von den höheren Ligen auch nicht so gesehen werden. Ich setze das viel Fokus drauf, spiele seit 4 Jahren, war jetzt bei drei Vereinen und hatten dann oft Freundschaftsspiele gegen Frankfurt. Dann haben wir gespielt, haben 8:7 gewonnen und hab dann auch eine Anfrage von Frankfurt bekommen, habe dort Probetraining gemacht und sie wollten sich dann nochmal melden, dass ich nochmal dort spiele, aber wegen Corona konnte ich dann doch nicht mehr hin.”
Kassi: “Ich vermisse Schwimmbad und Kino und in der Schule ohne Maske zu sein, und ich find blöd, dass man sich ja nirgends mehr anmelden kann wegen Corona.
Ich wollte mich für Voltigieren anmelden, nur das wurde verschoben wegen Corona, das macht mich schon traurig.”

Pharell: “Ich bin jetzt mehr draußen als sonst…” – Kassi: “Drin ist nämlich langweiliger geworden!” – Pharell: “Playstation dürfen wir jetzt auch nicht so lang spielen, da gehen wir eben öfter raus.”
Kassi: “Vor allem, weil die Freunde auch nicht mehr so oft vorbeikommen.”

Kassi: “Ob es etwas gibt, was besser ist als vor Corona? Da fällt mir grad gar nichts ein.”

Kassi: “Für dieses Jahr wünsche ich mir, meinen 7. Geburtstag nachzuholen, da wollen wir eine Pyjamaparty machen, das ist mein liebster Wunsch und dass meine Mutter und ich wieder zusammen shoppen gehen können.”

Pharell: “Ich wünsche mir, dass die Zahlen jetzt wirklich schneller runtergehen. Es ist eigentlich gar nicht so schwer, man muss nur Abstand halten, Maske tragen – was die Regeln halt so sind. Und wenn man das nicht tut, dann ist das einfach nur Kacke und man zerstört alles.
Am Anfang wars schon schwer, aber wenn man sich dran gewöhnt, geht´s ja.”

“Wenn Corona vorbei ist, will ich sofort ins Schwimmbad, dann kann ich meine Meerjungfrau-Flosse anprobieren, die ich zu Weihnachten bekommen habe.”

Kassi: “Meiner besten Freundin würde ich gern sagen, dass ich sie sehr gerne mag und sie jeden Tag wieder gern sehen würde. Wir haben uns ja schon überlegt – auch, wenn das noch ein paar Jahre dauern wird – dass wir zusammen in eine WG ziehen und dass ich mich schon so drauf freue und dass ich sie sehr vermisse.”

Pharell: “Es tut mir ein bisschen leid für die Menschen, die den Coronavirus verbreitet haben – was die jetzt wohl denken?
Kassi: “Und es tut mir für die Kinder leid, die eingeschult wurden, dass da schon Corona war, mit der Maske im Gesicht.”

Kassi: “Ich kenn´sogar Jungs aus der Schule, die sind gemein, 3. – und 4.-Klassler, die sagen: “Diese blöden Chinesen” und so, obwohl das nicht mal ihre Schuld ist und die beleidigen die ständig und das macht mich irgendwie voll traurig, weil das sind ja auch nur Menschen und jeder macht mal Fehler.”

Pharell: “Ich möcht´ halt nicht immer meine Lehrer sehen, außer halt den Biolehrer, aber sonst alle Lehrer halt, die ich hab´, die muss ich nicht die ganze Zeit sehen, das kann nach Corona ruhig so bleiben wie jetzt.”
Kassi: “Also ich möchte, dass das bleibt mit “Corona-Kids”, weil das macht echt Spaß, das darf bleiben!”

Kassi: “Ich möchte den Kindern draußen gern sagen, dass sie gesund bleiben sollen, dass sie glücklich bleiben sollen, dass Corona auch bald wieder weg ist. Hoffen wir mal.
Ich wünsche denen einfach ein ganz normales Leben.”
Pharell: “Wir schaffen das. In ein paar Jahren.”

 

 


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