CORONA-KIDS – Ein zeitdokumentarisches Fotoprojekt über Kinder und Jugendliche während der Corona-Pandemie

Mein viertes Corona-Fotoprojekt

CORONA-KIDS – Ein zeitdokumentarisches Fotoprojekt über Kinder und Jugendliche während der Corona-Pandemie


Man hört und liest sehr viel über die Lehrer und die Eltern im Kontext von Corona, Homeschooling und Homeoffice – aber was ist mit den Kindern und Jugendlichen?
Gerade durch mein Corona-Projekt “Rossis Haustür-Shootings” und die vielen zuhause besuchten Familien habe ich durch viele Gespräche bemerkt, wie angespannt es bei vielen Familien doch zuhause ist und dass diese Krise auch auf das Gemüt und befinden der Kinder ganz konkrete Auswirkungen hat.
Die einen genießen es geradezu, so viel zuhause zu sein, bei anderen wiederum wächst das Gefühl des Lagerkollers. Die Kinder sind teils aufgekratzter als sonst, empfindlicher, gelangweilter. Aber andererseits gibt es auch viele, für die sich gar nicht mal so viel geändert hat.

Ich wollte es nun genauer wissen und möchte mit diesem Projekt die Kinder selbst mal zu Wort kommen lassen:
Was treibt sie während der Corona-Pandemie um, im Angesicht von wechselndem Präsenzunterricht, immer neuen Regelungen und großen Veränderungen um sie herum?
Was sind ihre Sorgen, Ängste, Wünsche und Träume im Kontext von Corona?

Für dieses Projekt besuche ich Kinder und Jugendliche von der 1. Klasse bis zur Oberstufe zuhause in ihrem persönlichen heimischen Umfeld und fotografiere eine kleine Mini-Reportage, lasse den Kindern ihren Freiraum und dokumentiere eine kurze Zeit bei ihnen zuhause, immer mit den Kindern im Fokus.
Nach dem Shooting führe ich ein kurzes Interview mit den Kids und lasse sie von sich aus erzählen.

Am Ende wähle ich maximal zwei für mich aussagekräftige Bilder aus der Reportage aus und ergänze sie durch Zitate der Kinder aus unserem Interview.

Den Anfang haben übrigens meine Zwillingsneffen Carlo und Fabio gemacht 🙂

In diesem Sinne, viel Spaß und Freude mit meinem neuen Projekt!
Ich bin mega gespannt auf viele kleine Erzählungen und Einblicke in die Welt der Kinder während der Corona-Pandemie.

Bleibt zuversichtlich und gesund!
Euer Rossi! =)


Carlo, 9 Jahre
Gießen, 14. April 2021

“Sachen, die ich nicht gut an Corona finde, gibt´s auf jeden Fall. Zum Beispiel, dass man Maske tragen muss, Abstand halten. Jetzt ist es ja normal, vorher war es nicht normal. Maske tragen nervt auch manchmal.

In der Schule finde ich´s besser mit dem Lernen. Weil da kriegt man es richtig erklärt, und zuhause, wenn die Eltern da mal kurz nicht weiterwissen, ist das js auch doof. Da muss man dann immer warten, wenn man Hilfe braucht, weil die ja auch viel arbeiten müssen von Zuhause aus.

Nach Corona könnte es eigentlich gerne so bleiben, dass die Tische in der Schule so gestellt sind, dass man nicht nebeneinander sitzt, dann kann man nicht so leicht von anderen gestört werden.

Ich wünsche mir für dieses Jahr, dass um alle ein Schutzschild drum wäre, damit Corona nicht dran kann.”


Fabio, 9 Jahre
Gießen, 14. April 2021

“Wenn ich an Corona denke, dann denke ich mir einfach, wie der aussieht, der Corona, und da steht dann “Corona” drunter. Das denk ich mir zuerst.

Als Corona angefangen hat, hab ich das glaub ich erst mal unterschätzt. Da kannte ich das ja alles noch gar nicht und ich wusste nicht, dass das auch so schlimm sein kann und so gefährlich und dass das so schnell anstecken kann und dass man dabei ne Maske tragen und Abstand halten muss. Aber jetzt habe ich mich dran gewöhnt.

Ich find´ gut, wenn wir in die Schule gehen, dass wir dann keine Hausaufgaben mehr machen müssen.
Ich find´ zuhause die Schulaufgaben, die machen nicht so viel Spaß wie in der Schule. Weil in der Schule hat man ja auch auf dem Schulhof mal Pause, da haben wir auch einen großen Spielplatz, und das können wir zuhause halt nicht machen.

Zuhause ist es halt sicherer und zuhause muss man auch keine Maske tragen und da sind weniger Kinder.
Und das ist dann halt auch gut, wenn die Eltern auch noch Lehrer sind.
In der Schule macht es aber auch mehr Spaß als zuhause, da sieht man auch mal andere Kinder und da erklärt das die Lehrerin auch besser. Bei uns zuhause muss ich sonst immer warten, bis Mama kommt, weil die muss ja auch noch immer was am Computer machen.

Manchmal rede ich mit meinen Freunden auch´n bisschen über Corona, und dass das auch doof ist. Man darf sich ja aber auch nicht mit so vielen Kindern treffen.

Ich wünsche mir, dass es Corona nicht mehr gibt, und ich wünsche mir auch so ´ne Maske, wo so´n Affenmund drauf ist, weil die lustig aussehen!”


Rafael, 8 Jahre
Gießen, 24. April 2021

“Auf einmal die Freunde nicht mehr sehen zu können, ist halt dumm, das ging halt alles nicht mehr. Ich find doof, dass man keine Leute mehr einladen kann, keine Parties mehr feiern kann.”

“Der Lennart, mein Freund, der hat einen Pool, aber da kann ich ja nicht immer hingehen, also hab ich die Idee gehabt, selber einen zu bauen – auch als Beschäftigung. Und ich hab nicht so viel Geld, eine Firma zu beauftragen, also baue ich den Pool selbst.”

“In der Schule triffst du ganz viele Freunde, es gibt Pausen, man kann Bücher ausleihen, das ist zuhause nicht so. Zuhause wird der ganze Tagesablauf durchgeplant. Das war in der Schule irgendwie schon leichter. Wir haben so eine App, die heißt “Anton”, mit der wir lernen, aber ich finde irgendwie, die Lehrer machen das besser.
In der Schule ist man halt auch gern, das gehört halt zum Tagesablauf, aber irgendwie ist halt auch gut zuhause, weil eigentlich hat man ja auch sonst nur am Wochenende und in den Ferien richtig Zeit. Und jetzt isses alles weg und man denkt, man hat andauernd Ferien und das ist halt auch´n schönes Gefühl, aber Corona ist nicht schön.”

“Die Masken stören halt auch, weil die riechen halt auch immer so. Die Tests finde ich gar nicht so schlimm, aber man merkt dadurch halt, dass Corona da ist.”

“Ich würd´ mir einfach wünschen, dass alles wieder normal ist, dass das Leben halt auch wieder weitergeht, weil ich find´, wegen Corona bleibt das Leben halt einfach so stehen, weil jeden Tag kommt ein neues Gesetz, dass man jetzt das machen muss und das, und am nächsten Tag ist es wieder weg und man fragt sich, warum alle auf den Straßen jetzt Masken anhaben.
Es soll sich alles ändern, wie es normal war, dass die Leute nicht immer so rummachen und das Klopapier leerkaufen.”

“Ich will endlich wieder ins Schwimmbad, ich will sofort, dass das wieder aufhat und dass ich sofort in Badesachen ins Schwimmbad teleportiert werde. Funktioniert leider nicht. Und in der Badewanne kann man nicht tauchen.
Und deswegen will ich ja auch´n Pool bauen!”

corona-kids - ein corona-fotoprojekt uber kinder und jugendliche in der corona-pandemie corona-kids - ein corona-fotoprojekt uber kinder und jugendliche in der corona-pandemiecorona-kids - ein corona-fotoprojekt uber kinder und jugendliche in der corona-pandemieRafaels Schwester Rosalie geht in die Vorschule und hat sich hier mit einem Bild im Abenteuer-Waggon im Garten, in dem sie auch mal ihre Vorschul-Aufgaben macht, hineingemogelt 🙂corona-kids - ein corona-fotoprojekt uber kinder und jugendliche in der corona-pandemie corona-kids - ein corona-fotoprojekt uber kinder und jugendliche in der corona-pandemie corona-kids - ein corona-fotoprojekt uber kinder und jugendliche in der corona-pandemie


Amon, 6 Jahre
Gießen, 27. April 2021

“Als ich meine Freunde wegen Corona nicht mehr treffen konnte, bin ich mit Mama erst mal ganz viel Fahrrad gefahren.”

“Also, auf jeden Fall da, wo in der Schule das Home-Schooling schon angefangen hat, hab ich langsam ein paar Freunde wiedergesehen. Am meisten aber hab ich immer meinen Freund Winston gesehen.
Wir haben sogar einen Geheimgang durch das Haus an der Baustelle vorbei, ohne, dass die Leute uns sehen.
Außer Winston treffe ich grad´ aber sonst gar keinen Freund.”

“Zuhause lernen ist manchmal bisschen schwerer, weil´s immer so viel ist.
Auch, weil niemand da ist, der spricht, wie unsere Lehrerin.
Die Aufgaben würde ich lieber in der Schule machen, weil da viel mehr Menschen sind.”

“Ich mag´s nicht so mit den Masken, weil ich da nicht so viel Luft bekomme.”

“An Corona finde ich doof, dass man weniger Freunde sehen darf und dass es nicht viele Möglichkeiten gibt, Corona zu töten.”

„Ich freu mich auch schon, wenn Corona vorbei ist, dann mach ich ´ne Party. Dann lade ich alle meine Freunde ein, auf jeden Fall wird das cool.
Ich würd´ dann gern ein Party-Spiel spielen, so Bälle nehmen und die dann an ´nen Faden machen und aufhängen und dann mit ´ner Wasserkanone abschießen, sodass Corona dann weg ist.“

„Zuhause spiele ich viel, freue mich immer, wenn ich spielen darf und skype manchmal auch mit anderen Freunden. das gab´s vorher nicht. Vorher gabs keinen Computer – lieber will ich die Freunde richtig sehen.“

„Aber sonst hab´ ich noch ´nen Freund, wenn ich überhaupt keinen sehen kann. Das ist T-Rox, mein Lieblings-Ball, mit ihm spiel ich gern auf dem Trampolin.
Ich hab mal mit Bällen gespielt und dann hab ich gesehen, dass es den einen nur in einer Farbe gibt und da hab ich den T-Rox genannt und als meinen Lieblingsball ausgesucht. Der schläft genau so lange wie ich.“

„Lange ausschlafen ist schon cool, das ist jetzt schon besser – vor Corona zur Schule gehen das war schon sehr, sehr, sehr früh. Ich mag´s immer sehr gern, lang zu schlafen.“

„Corona ist blöd und soll abhauen!“

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